Weidetierhaltung ist multifunktional und braucht umfassende Unterstützung
von Uwe Heyne
Position von über 80 Verbänden der Plattform GRÜNLAND
Weidetierhaltung ist multifunktional und braucht umfassende Unterstützung
Unsere identitätsstiftenden Kulturlandschaften wurden und werden in hohem Maß von Weidetieren gestaltet und können nur durch sie dauerhaft erhalten werden. Weidetiere sind die Voraussetzung für hochdiverse Landschaften in unserer Heimat und für den Arten- und Biotopschutz essentiell. Weidetiere (Mutterkühe, Milchvieh, Schafe, Ziegen, Ponys und Pferde, Wasserbüffel, Heckrinder, etc.) und deren Halter sind Gemeinwohl- und Ökosystemdienstleister, also ökosystem-relevant!
Die extensiven Weidesysteme sind die effizientesten Instrumente für den landwirtschaftlichen Arten- und Biotopschutz. Sie tragen entscheidend zur Erreichung der nationalen Ziele und Verpflichtungen im Naturschutz (N 2000 und W-VO) bei.
Die Weidetierhaltung steht seit längerem unter großem ökonomischen und arbeitswirtschaftlichen Druck.
Die Ursachen sind vielfältig, v.a. mangelnde Wirtschaftlichkeit, unzureichende Planungssicherheit, Nachweispflichten, Sanktionsrisiken und auch regionale Ausbreitung von Beutegreifern.
Die wirksame Unterstützung der Weidetierhaltung ist wichtiger denn je geworden. Mit den zurückgegangenen Tierbeständen können in vielen Grünlandgebieten die naturschutzfachlich wertvollsten Flächen bereits heute schon nicht mehr anspruchsgerecht gepflegt werden. Ein weiterer Rückgang der Weidetierbestände führt zu noch größerem Artensterben auf dem Dauergrünland.
Die Weidetierhaltung sollte deshalb als eine der nationalen Prioritäten der Agrar-, Naturschutz- und Klimaschutzpolitik fest verankert und in den Bund-Länder-Programmen klar priorisiert werden!